Corona und sehbehinderte Menschen


In den Zeiten der weltweiten Corona-Pandemie mussten alle Menschen ihr Leben grundsätzlich umstellen und sich an neue Gegebenheiten und Beschränkungen anpassen. Dabei haben sich viele Personen unterschiedlichen Problemen stellen müssen, da sich die Pandemie je nach Wohnort, Alter und vor allem gesundheitlichen Vorerkrankungen unterschiedlich stark auswirkt.

Besonders Menschen mit Einschränkungen, allen voran Blinde und Sehbehinderte, müssen in dieser Zeit neue Wege der Kommunikation und Orientierung finden, um weiterhin in einer sich ständig ändernden Welt zurechtzukommen. Aus diesem Grund haben wir die wichtigsten Fakten und Tipps für Menschen mit Sehbehinderungen und den Umgang mit ihnen in der Corona-Pandemie in diesem kleinen Ratgeber festgehalten.

Gesundheitsschutz hat oberste Priorität

Da das Virus über Tröpfcheninfektion zumeist durch den Atem übertragen wird, kann eine Verbreitung nur durch das Einhalten der Abstandsregelungen verhindert werden. Blinde und sehbehinderte Menschen sind jedoch oft auf die Führung einer weiteren Person angewiesen und können dem Social Distancing somit nicht immer Folge leisten. Da wo Kontakt vermieden werden kann, sollte das auf jeden Fall genutzt werden. So kann man sich etwa Einkäufe von einem Lieferservice bringen lassen, insofern dies möglich ist. Meist sind die Liefergebühren dafür heute sehr moderat und die Preise der Produkte denen im Supermarkt sehr ähnlich.

Zudem können sich Blinde natürlich auch ohne die Hilfe einer zweiten Person frei bewegen. Dies wird grundsätzlich empfohlen, auch wenn man dafür ein wenig mehr Zeit aufwenden muss. Wenn fremde Hilfe doch einmal nötig ist, sollte man sich statt physischer Leitung idealerweise per Zuruf navigieren lassen, um einen direkten Kontakt zwischen Personen zu vermeiden.

Da blinde und sehbehinderte Menschen zusätzlich stark auf ihren Tastsinn angewiesen sind, ist es empfehlenswert Handschuhe zu tragen und sich zusätzlich regelmäßig die Hände zu waschen. Auch das Tragen einer Atemmaske ist im öffentlichen Raum ein hohes Gebot, nicht zuletzt, um auch andere zu schützen. Es ist dabei auch völlig legitim, helfende Personen zu fragen, ob sie eine Atemmaske tragen, bevor man ihre Hilfe annimmt.

Bei der Arbeit und auch im Alltag sind auch technische Hilfsmittel wie die OrCam eine große Unterstützung. Sie helfen sehbehinderten Menschen dabei, souveräner durchs Leben zu gehen und können daher zu einer erheblichen Verbesserung der Situation beitragen – gerade in der Corona-Krise. So kann die OrCam MyEye-Brille unter anderem Straßennamen erkennen und vorlesen. Auch Produkte im Supermarkt erkennt die kleine Hightech-Kamera, so dass man nicht jedes Mal jemanden fragen oder dabeihaben muss.

Gesundheitliche Risiken und ärztliche Versorgung in der Corona-Krise

In der Corona-Krise sind besonders alte Menschen und Menschen mit chronischen Erkrankungen stark gefährdet. Für diese Gruppen kann eine Infektion nachhaltigen Schaden oder sogar den Tod bedeuten. Aus diesem Grunde sollten auch Menschen mit Sehbehinderungen auf viele Kontakte mit anderen Menschen verzichten, wenn sie zur Risikogruppe zählen – das heißt, wenn sie 60 Jahre oder älter sind.

Neben chronischen Krankheiten aller Art, gibt es auch solche, welche mit der Sehbehinderung oder Blindheit in Verbindung stehen. Während Uveitis-Betroffene nicht Gefahr laufen, durch ihre Erkrankung ein erhöhtes Risiko bei einer Coronaerkrankung zu haben, müssen Menschen deren Augenerkrankung beispielsweise auf Diabetes zurückzuführen ist besonders achtsam sein. Eine Zuckererkrankung kann zur Schädigung der Organe führen, was sich bei einer Corona-Infektion schlecht auf den Verlauf auswirken kann.

Während ein Großteil der planbaren und nicht unbedingt notwendigen Operationen und Arzttermine nach hinten verlegt wurde, um eine höhere Kapazität der Ärztehäuser und Hospitäler für an Corona Erkrankte zu schaffen, gibt es dennoch augenärztliche Untersuchungen und Behandlungen, welche dringend notwendig und somit unabdingbar sind.

Sobald eine akute Erkrankung, wie beispielsweise eine Entzündung im Augeninneren, ein neu gefundener Tumor oder eine offene Verletzung im Auge vorliegt, ist ein umgehender Besuch beim Arzt unumgänglich. Auch bei Besuchen in Augenkliniken und bei Augenärzten sind jedoch alle hygienischen Maßnahmen zu beachten, was zu längeren Wartezeiten und Unregelmäßigkeiten führen kann.

Soziale Kontakte: Freunde und Bekannte

Sehbehinderte und blinde Menschen sind oft noch mehr von sozialen Kontakten und Hilfe durch eine zweite Person abhängig als sehende Menschen. Dennoch ist es extrem wichtig, dass auch Menschen mit Augenproblemen ihre sozialen Kontakte und Interaktionen mit ihren Mitmenschen stark herunterfahren. Körperlichkeiten und physischer Kontakt zu Menschen außerhalb der eigenen Familie sollten grundsätzlich vermieden werden.

Sollten Sie jedoch trotzdem auf die Unterstützung dritter Personen, angewiesen sein, gehen Sie sicher, dass diese ohne direkten Kontakt geschehen. Bei der oben erwähnten Lieferung von Lebensmittel wird empfohlen, dass die Lieferung vor der Tür abgestellt wird. Das reduziert erneut den Kontakt.

Trotzdem ist es natürlich auch für Blinde und Sehbehinderte möglich und wichtig weiterhin soziale Kontakte zu pflegen, da gerade sie auf Gespräche und verbalen Austausch mit Mitmenschen angewiesen sind. Dabei sollte darauf geachtet werden, die Abstandsregelungen einzuhalten und sich beispielsweise mehr über das Telefon zusammen zu finden.

Tipps für Berufstätige

Obwohl den meisten Arbeitgebern in der Corona-Krise durch staatliche Hilfe ermöglicht wurde, ihre Angestellten von zu Hause aus zu beschäftigen, gibt es noch einige Menschen, welche dennoch täglich zu ihrem Arbeitsplatz pendeln müssen.

Blinde und sehbehinderte Arbeitnehmer sollten möglichst versuchen, einen Weg zu finden den Arbeitsweg zu verkürzen oder sich gegebenenfalls von einem Bekannten fahren zu lassen. Sollte dies nicht möglich sein, wird empfohlen unbedingt Handschuhe und Atemmaske beim Benutzen der öffentlichen Verkehrsmittel zu tragen und gelegentlich die Handschuhe zu desinfizieren.

Einmal beim Arbeitsplatz im Büro oder der Firma angekommen, ist es wichtig die Handschuhe abzulegen und die Hände gründlich zu waschen, bevor das eigene Gesicht berührt wird und Gegenstände am Arbeitsplatz angefasst werden. Sollte ein Hilfsmittel, wie ein Langstock verwendet werden, sollte auch dieses regelmäßig gründlich desinfiziert werden.

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